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Sydney 26 Part I

  • Autorenbild: R.
    R.
  • 20. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Schockverliebt! Instant. Diese Stadt wird es schwer haben, sich schlecht in meine Erinnerung zu schleichen. Es gibt Städte, in die bist du sofort verliebt und dann gibt es die Tours dieser Welt. Dabei kann es doch so einfach sein! Z.B. ein funktionierendes öffentliches Verkehrssystem vom Flughafen: intuitiv bedienbar, gut ausgeschildert, und 15 Minuten später bist du in der Innenstadt. Mit einem U-Bahnhof (ist es eine U-Bahn?), der in einer europäischen Metropole stehen könnte oder in New York und dann hast du sowieso schon bei mir gewonnen.

Und sauber ist es, holla die Waldfee. Raus aus der Metro, okay: sehr viele Treppen. Dann stehst du auch schon inmitten eines Parks, umrahmt von Hochhäusern. Und wie es für eine gute Metropole mittlerweile üblich ist, ist der Autoverkehr nicht dominant in der Stadt zu spüren. Das ganze Flair hier ist sehr angenehm, sehr weltstädtisch.

Die Luftfeuchtigkeit spürt man kaum. In Brisbane ist es so, dass sobald du dich vor die Tür bewegst, ein Schweißfilm die Haut bedeckt. Hier ist es wirklich sehr, sehr angenehm: genauso heiß, nur ohne diese drückende Schwüle. In Brisbane lebe ich fast ausschließlich drinnen, alles andere ist zu anstrengend. Kaum gehst du raus, erschlägt dich die Luftfeuchtigkeit: du schwitzt, du bist müde und willst sofort wieder in die AC-Kühle. Die Queensländer übertreiben natürlich mit ihren 21 Grad innen und sitzen frierend mit Pullover drinnen. Kann man machen man kann die Klimaanlage aber auch auf 25 Grad stellen.

Was mache ich nun eigentlich in Sydney? Nun ja, was man halt so macht als Deutscher: Behördengänge. Ich brauche einen neuen Reisepass, und den gibt es nun mal im Generalkonsulat in Sydney, mit mindestens einem Monat im Voraus gebuchtem Termin. Das Konsulat in Brisbane bietet diesen Service momentan nicht an, zumindest sind keine Termine über die Homepage buchbar. Somit blieb mir nichts anderes übrig, als ins Flugzeug zu steigen und die 2 h zu fliegen. Sehe ich wenigstens was von Australien. Tut mir mal ganz gut, bevor ich anfange zu verallgemeinern und Brisbane/Queensland mit ganz Australien gleichsetze.

Fehler!

Was ich in der kurzen Zeit gestern schon gesehen habe bzw. was ich nicht gesehen habe war sehr aufschlussreich. Was ich hier nicht sehe: lächerliche Schnauzbärte, Vokuhilas, der Mullet. Wirklich richtig schlechte Tätowierungen, eigentlich sehe ich hier kaum welche. In Brisbane hat jeder, der etwas auf sich hält, Tattoos. Ich habe nichts gegen Tätowierungen, versteht mich nicht falsch, aber was ich in QLD sehe, ist richtig schlecht. Wirklich übel gezeichnete Strichmännchen auf der Haut tragen kein Plan, warum man das macht und dann auch noch fast jede freie Stelle. Und auch sind die Menschen hier in Sydney, das ist großstadtuntypisch: freundlich.

Den obligatorischen Besuch an der Oper habe ich sofort abgehakt und gleich etwas entdeckt, was für mich persönlich sehr schön ist: Fähren. Am Circular Quay: Stadtfähren, die die ganze Innenstadt miteinander verbinden. Bootfahren um des Bootfahrens willen. Großartig. Ich fühlte mich sofort wohl, dazu noch der Royal Botanical Garden, so kann man den ersten Tag verbringen.

Tag No2 war dann erst einmal der Konsulatsgang. Auf der Homepage stand: bring dies, mach das. Ich brachte und tat und siehe da, sehr australisch: entspannt. Tatsächlicherweise. Durch die Security und sofort zur jungen Dame am Schalter: alles kein Problem. Hatte alles dabei, vielleicht ein bisschen zu viel? Mit der Dame am Schalter kam ich ins Plauschen: Tipp hier, Tipp da, geh da hin, mach das, hier wird es so. Beste. Und so bekommt man irgendwann in ein paar Wochen seinen Reisepass im Ausland. Zukunftsmusik.

Danach raus und erst einmal Kaffee trinken. In einem Straßencafé am Straßenrand. Wie ich schon erwähnte, ist der Autoverkehr nicht wirklich dominant hier in Sydney. Liegt wohl an der städtischen Eigenart, dass Sydney an einer Bucht liegt und viel Wasser präsent ist, dazu eine geschickte Einbahnstraßenführung, gute Umgehungsstraßen sowie ein wirklich gut ausgebautes öffentliches Verkehrssystem. Einfach sehr angenehm.

Das alles kann man von oben sehen, beim Sydney Tower Eye. Völlig überteuert, Eingang in einem Luxuskaufhaus, kann man sich sparen, die 50 Dollar. Wir wissen, welcher Fernsehturm der bessere ist, oder?

Und so verging der Tag: ich schlenderte durch die Straßen, nahm ein Boot, nahm wieder den Zug. Kaffee hier, Kaffee dort. Kein Ziel, keine Aufgabe. Wunderbar ereignislos, auch mal schön. Abends nahm ich dann wieder eine Fähre und konnte schöne Aufnahmen von der nächtlichen Skyline machen.

Das war’s. In diesem Sinne.

 

 
 
 

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